ISBN - Merkblatt

ISBN-Merkblatt (PDF)

 

Merkblatt zur Handhabung der Internationalen Standard-Buchnummer (ISBN) in der Bundesrepublik Deutschland


Die ISBN

 

Die Internationale Standard-Buchnummer kennzeichnet in aller Welt als kurzes und eindeutiges, auch maschinenlesbares Identifikationsmerkmal jedes Buch unverwechselbar.

 

Die ISBN begleitet das Verlagserzeugnis von seiner Herstellung an und ist ein wesentliches Instrument zeitgerechter Rationalisierungsmöglichkeiten im Buchhandel.

 

Eine gleich wichtige Funktion hat die ISBN auch für die Bibliotheken, z. B. bei der Akzession und in der interbibliothekarischen Zusammenarbeit zu erfüllen.

 

13 Stellen – und was sie bedeuten

 

Um ihrer Aufgabe entsprechen zu können, besteht die ISBN aus fünf durch Bindestriche oder Zwischenräume getrennten Teilen mit insgesamt 13 Stellen und den vor-angestellten Buchstaben ISBN.

 

Beispiel: ISBN 978-3-7657-1111-4

 

Teil 1:   Präfix (eine 3-stellige Zahl, die von EAN International vorgegeben wird)

Teil 2:   Gruppennummer für nationale, geographische Sprach- oder ähnliche Gruppen  

Teil 3:   Verlagsnummer für den einzelnen Verlag innerhalb einer Gruppe  

Teil 4:   Titelnummer für das einzelne Buch des in Teil 3 bezeichneten Verlages 

Teil 5:   Prüfziffer

 

Die Stellenzahl der Teile 2, 3 und 4 ist variabel: Bei der Gruppen- und Verlagsnummer richtet sie sich nach dem Umfang der Verlagsproduktion der Gruppe bzw. des Verlages. Je höher die Titelproduktion, desto weniger Stellen hat die Gruppen- bzw. Verlagsnummer. Da die Prüfziffer - Teil 5 - in jedem Fall nur eine Stelle beansprucht, stehen dem einzelnen Verlag zur Benummerung seiner Bücher im Teil 4 desto mehr Stellen zur Verfügung, je geringer - zusammengenommen - die Stellenzahl der Gruppen- und der Verlagsnummer ist.

 

Das Präfix

 

Das erste Element der ISBN ist eine 3-stellige Zahl, die von EAN International vorgegeben wird. Aktuelles Beispiel: 978

 

Die Gruppennummer

 

Der Buchhandel der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz nimmt die Gruppennummer 3 in Anspruch.

 

Die Verlagsnummer

 

Als Bestandteil der ISBN bezeichnet die Verlagsnummer den Verleger eines Buches. Im Rahmen der Gruppe 3 wird sie den gewerblichen Verlagen in der Bundesrepublik Deutschland durch die ISBN-Agentur der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, Frankfurt am Main, zugeteilt.

 

Die Titelnummer

 

Sie bezeichnet innerhalb des durch die Verlagsnummer identifizierten Verlages den einzelnen Titel.

 

Die Benummerung der Bücher

 

Die Vergabe einer identifizierenden Titelnummer an das Buch erfolgt durch die Verlage selbst. Es ist ratsam, diese Aufgabe unter Beachtung der Richtlinien einer qualifizierten Stelle im Verlag verantwortlich zu übertragen.

 

Zur Benummerung stehen den Verlagen zur Verfügung:

 

bei 3stelliger Verlagsnummer 100.000 Titelnummern

            Beispiel: 978-3-631-00000 bis 978-3-631-99999

 

bei 4stelliger Verlagsnummer 10.000 Titelnummern

            Beispiel : 978-3-8311-0000 bis 978-3-8311-9999

 

bei 5stelliger Verlagsnummer 1.000 Titelnummern

            Beispiel: 978-3-89124-000 bis 978-3-89124-999

 

bei 6stelliger Verlagsnummer 100 Titelnummern

            Beispiel: 978-3-923145-00 bis 978-3-923145-99

 

bei 7stelliger Verlagsnummer 10 Titelnummern

            Beispiel : 978-3-9804123-0 bis 978-3-9804123-9

 

Die Prüfziffer

 

Die Prüfziffer ist das fünfte Element der ISBN. Diese wird durch einen festgelegten arithmetischen Prozess mit der Gewichtung 1-3-1 und dem Schema Modulus 10 ermittelt. Die Prüfziffer garantiert die formale Richtigkeit der Zahlenfolge einer ISBN.

 

Beispiel für die Berechnung der Prüfziffer für folgende ISBN: 978-3-7657-1111-?:


Schritt 1: Die Summe der Produkte (Multiplikationsergebnisse) für die ersten 12 Ziffern der ISBN (gewichtet mit 1-3-1) wird gemäß untenstehender Tabelle ermittelt:

 

ISBN

9

7

8

3

7

6

5

7

1

1

1

1

?

 

Gewichtung

1

3

1

3

1

3

1

3

1

3

1

3

-

 

Produkt

9

21

8

9

7

18

5

21

1

3

1

3

-

106

 

Schritt 2: Die Summe der gewichteten Multiplikationsergebnisse der ersten 12 Ziffern der ISBN (im Beispiel 106), die in Schritt 1 berechnet wurde, wird durch 10 dividiert, um den Restwert zu erhalten.

 

106 : 10 = 10 Rest = 6

 

Schritt 3: Der in Schritt 2 errechnete Restwert (im Beispiel 6) wird von 10 subtrahiert. Die Differenz ist der Wert der Prüfziffer (im Beispiel 4). Ausnahme: ist der Restwert aus Schritt 2 Null, so ist die Prüfziffer gleich 1-3-1 0 (0-Kon-vention).

10 - 6 = 4

 

Prüfziffer = 4

 

ISBN = 978-3-7657-1111-4

 

Durch die Prüfziffer und die Kennzeichnung ISBN wird jede Buchnummer als „echte“ ISBN, d. h. als intern prüfbar ausgewiesen.

 

Grundsätze, die bei der Benummerung von Büchern durch die Verlage zu beachten sind:

 

1.    Daraus, dass die ISBN wesentlich ein Instrument zur Rationalisierung der Bestell-Dispositionen und des Rechnungswesens ist, folgt, dass grundsätzlich jedes als Buch definierte Verlagserzeugnis (auch jedes mehrbändige Werk, das als eine Einheit angeboten wird) eine eigene ISBN haben muss.

 

2.    Um die Identifikationsfunktion der ISBN zu gewährleisten, darf eine einmal vergebene ISBN nicht ein zweites Mal für ein vom Markt her gesehen anderes Buch verwendet werden. Das gilt auch für die ISBN von vergriffenen Büchern, selbst wenn eine Neuauflage nicht vorgesehen ist.

 

3.    Übernimmt ein Verlag von einem anderen Verlag die gesamte Produktion oder Teile davon und verändert er dabei auf dem Titelblatt die bisherige Verlagsbezeichnung dieser Bücher, so muss er jeweils eine neue ISBN für dieses Erzeugnis vergeben. Er hat dabei für eine entsprechende Publizität der Verknüpfung alte ISBN – neue ISBN zu sorgen und für einen gewissen Übergangszeitraum in seinen Ankündigungen beide Nummern zu verwenden.

 

Verlagserzeugnisse im Sinne des ISBN-Systems sind: 

 

Nicht als Verlagserzeugnisse im Sinne des ISBN-Systems gelten:

 

Für weitere Informationen sowie bei Unklarheiten, welche Produkte ISBN-fähig sind, steht Ihnen die ISBN-Agentur der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung.

 

Hinweise zur Benummerung von Büchern durch die Verlage

 

Eine Titelnummer ist erforderlich 

 

Je eine Titelnummer ist erforderlich

 

bei Titeln, die in verschiedenen Ausgaben erscheinen (Normal-, Studien-, Volksausgabe etc.)

 

bei Titeln, die in verschiedenen Bindearten erscheinen (Leder, Leinen, Broschur etc.)

 

bei Titeln, die aus mehr als einem Band bestehen

 

Eine neue Titelnummer erhalten alle Zweit- und folgenden Auflagen

 

Keine neue Titelnummer erhalten Bücher 

 

Grundsätzlich sollen alle Bücher eine ISBN erhalten, also auch bereits vorliegende Bücher. In diese Bücher kann zwar die ISBN nicht eingedruckt werden, wohl aber kann die ISBN in den Verlagsverzeichnissen, in Katalogen und auf Werbemitteln jeder Art bei dem jeweiligen Titel angegeben werden.

 

Achtung: Die hier aufgeführten Hinweise erfassen nur einige wesentliche Sachverhalte. Bei der Vielfalt der Buchproduktion gibt es zwangsläufig Spezialfragen und zahlreiche Grenzfälle (z. B. Gemeinschaftsausgaben mehrerer Verlage etc.). Bei Fragen, die über die Angaben in diesem Merkblatt hinausgehen, empfehlen wir die aktuelle Version des ISBN-Handbuchs, die Sie im Downloadbereich finden.

 

 

Eindruck und Veröffentlichung der ISBN

 

Angabe der ISBN im Buch selbst

 

Um die internationale Buchproduktion in möglichst weitem Rahmen durch eine einheitliche Nummernvergabe kenntlich und optimal identifizierbar zu machen, ist es erforderlich, die ISBN auf allen in Betracht kommenden Publikationen anzugeben. Das heißt, dass der Verleger im Sinne des ISBN-Systems die ISBN selbst in seine Veröffentlichung eindrucken muss.

 

Die ISBN ist die Standardangabe in jedem Buch bzw. in jeder veränderten Auflage oder jeder Ausgabe.

 

Die Größe der für die ISBN verwendeten Drucktypen darf nicht weniger als 9 Punkt (= 3,38 mm) betragen.

 

Die ISBN muss gedruckt werden

 

Zusätzlich muss die ISBN außen auf dem Buch erscheinen, und zwar in erster Linie 

 

Die Angabe auf der Außenseite des Buches, eventuell auch auf Schubern oder Einschlagpapieren, ist besonders für den Vertrieb wichtig.

 

ISBN als Strichcode

 

Um eine ISBN als EAN-13-Strichcode darzustellen, müssen die Richtlinien der ISO/IEC 15420 (Strichcode Symbolisierung Spezifizierung EAN/UPC) eingehalten werden, welche die Verwendung von EAN-13-Symbolen im Einklang mit den Empfehlungen der EAN und UCC vorschreiben.

 

Grundsätzlich besteht eine EAN aus 13 Ziffern.

 

Im Folgenden finden Sie ein Beispiel einer ISBN, die als EAN wiedergegeben ist:

 

ISBN 978-3-7657-1111-4 = EAN: 9783765711114

 

Beispiel dieser ISBN als EAN-13-Strichcode:

 

       ISBN 978-3-7657-1111-4

 

Wenn eine ISBN als Strichcode dargestellt wird, so muss diese auch in lesbarer Form, der die Buchstaben „ISBN“ vorangestellt sind, direkt über dem EAN-13-Strichcode abgebildet werden.

 

Es wird empfohlen, den EAN-13-Strichcode im unteren Viertel der Buchrückseite zu platzieren.

 

Weitere Informationen zur Einführung und Verwendung des EAN-13-Strichcodesymbols erhalten Sie von der ISBN-Agentur für die Bundesrepublik Deutschland.

 

ISBNs für elektronische Publikationen

 

Wenn eine Publikation elektronisch erhältlich ist, z.B. als E-Book, E-Book-App, CD-ROM oder als Publikation, die im Internet veröffentlicht wird, darf sie unter folgenden Voraussetzungen eine ISBN erhalten:

 

            Sie enthält Text.

            Sie ist der Öffentlichkeit zugänglich.

            Sie ist keine periodische Publikation.

 

Solche Publikationen dürfen auch Bilder und Ton enthalten.

 

Für folgende elektronische Publikationen dürfen keine ISB-Nummern vergeben werden: 

 

Eine ISBN kann zur Kennzeichnung von speziellen Software-Produkten verwendet werden, wenn es sich eindeutig um Software handelt, die für pädagogische Zwecke eingesetzt wird (z.B. Lernsoftware). Alle anderen Software-Produkte (z.B. Computerspiele) dürfen keine ISBN erhalten.

 

Zuordnung von ISBNs zu elektronischen Publikationen und anderen geeigneten Softwareprodukten

 

Publikationen benötigen eigene ISBNs, wenn mindestens eine Partei in der Verwertungskette in der Lage sein muss, sie separat zu identifizieren.

 

Die ISBN ist ein Identifikator für monographische Publikationen (Bücher) und mit diesen in Zusammenhang stehende Produkte, die öffentlich zugänglich sind. ISBNs sollten nicht verwendet werden, um Dateien zu identifizieren, die nur zwischen Verlegern und Setzern oder Dienstleistern für die E-Book-Konvertierung ausgetauscht werden; auch sollten sie keine abstrakten Entitäten wie textuelle Werke, also Inhalte, identifizieren.

 

Es ist auch wichtig, zu unterscheiden, ob verschiedene „Produkte“ vorliegen, denen immer eigene ISBNs zugeteilt werden müssen, oder ob zum Zeitpunkt eines Geschäfts zwischen einem Anbieter und einem Kunden zwischen einem Anbieter und einem Kunden verschiedene DRMs (Digital Rights Management) oder verschiedene Nutzungsrechte mit dem Produkt verbunden werden. Möglicherweise ist diese Unterscheidung nicht immer offensichtlich. Deshalb ist es wichtig, daran zu denken, dass separate ISBNs nötig sind, um Mehrdeutigkeit zu vermeiden, die innerhalb der Verwertungskette entstehen kann, wenn mehrere Produkte und mehrere Parteien involviert sind.

 

Endbenutzer müssen wissen, ob das E-Book, das sie kaufen wollen, mit Ihrem Lesegerät oder Ihrer Software kompatibel ist, und was sie mit dem E-Book tun können (z.B. kopieren, drucken, verleihen, in gesprochener Sprache ausgeben). Dies ist normalerweise durch eine Kombination von Dateiformat und Software definiert, die als Digital Rights Management (DRM) bekannt ist und technisch kontrolliert, wie das E-Book genutzt werden kann. Separate ISBNs erleichtern das Management, die Verbreitung und die Auffindbarkeit dieser Informationen ebenso wie die Lieferung der passenden Version eines E-Books.

 

ISBNs für Print on-demand-Publikationen

 

Print-on-demand-Publikationen erhalten eine ISBN. Eine Print-on-demand-Publikation wird nur auf speziellen Kundenauftrag gedruckt und gebunden. Auf diese Weise werden hauptsächlich Einzelbestellungen behandelt, weil größere Druckauflagen nicht rentabel wären. Bezüglich der ISBN-Zuordnung ist „Print-on-demand“ nichts weiter als eine bestimmte Druck-Technologie.

 

Wenn die Print-on-demand-Version einer Publikation sich in der Produktform vom ursprünglich publizierten Produkt unterscheidet (z.B. aus einem Festeinband wird ein Taschenbuch), ist die Vergabe einer neuen ISBN erforderlich. Bei kleineren Formatänderungen wird keine neue ISBN vergeben.

 

Keine eigene ISBN erhalten „personalisierte” Versionen einer Print-on-demand-Publikation, bei denen der Kunde und nicht der Verleger den Inhalt vorgibt und die auch nur begrenzt verfügbar sind.

 

Bitte beachten Sie das ausführliche ISBN-Handbuch auf unserer Website.


 

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